Fragen vor der Installation

Für wen ist kamishibai gedacht?

Für Menschen, die eine Sprache mit selbst gewähltem Material lernen und über Monate oder Jahre dranbleiben möchten. Du wählst Wörter aus Büchern, Untertiteln, Unterricht oder Gesprächen, und kamishibai erstellt daraus Karten. Das Programm ersetzt keinen Sprachkurs: Es legt weder die Themen noch ihre Reihenfolge für dich fest.

Die Wiederholungen übernimmt Anki. Grundlage des Zeitplans ist Spaced Repetition: Karten, die du kennst, erscheinen in immer größeren Abständen, vergessene Karten früher. Die Anzahl neuer Karten und die täglichen Obergrenzen stellst du in Anki ein.

Warum Manga?

Ich glaube, dass wir dank der neuen Generation von KI-Agenten eigene Software mit persönlicher Handschrift so leicht entwickeln können, wie wir früher Blogs geschrieben haben: Wir teilen unsere Erfahrungen in Form von Ansätzen, die andere leicht anwenden können. Mit Kamishibai möchte ich diese Idee erproben. In erster Linie ist es ein Werkzeug, das ich selbst jeden Tag nutze und aus dieser Praxis heraus weiterentwickle.

Ein Mangaka verbindet selbst Geschichte, Zeichnungen und die Persönlichkeit der Figuren zu einem stimmigen Werk. Dieser persönliche künstlerische Ansatz spricht mich an. Daher kommt auch die Bildsprache von kamishibai: Mir gefällt es, wenn ein Projekt eine eigene Sichtweise hat, die sowohl im Konzept als auch in der Gestaltung erkennbar ist.

Was kann ich in kamishibai eingeben?

Im Hauptmodus eine Liste mit Wörtern oder Ausdrücken, die du lernen möchtest. Du musst sie nicht erst in die Wörterbuchform bringen: kamishibai versucht, deine Eingabe zu erkennen, und schlägt Bedeutungen zur Auswahl vor. Für jede gewählte Bedeutung entsteht eine eigene Karte mit einem Beispielsatz.

Passt ein Satz nicht, kannst du beschreiben, was sich ändern soll, und ihn neu erstellen lassen. Hast du bereits fertige Kartentexte, kannst du sie im Format cards JSON übergeben. Dazu gibt es weiter unten eine eigene Antwort.

Was macht Anki, was macht kamishibai?

Kamishibai bereitet das Material vor: Es erstellt Sätze, Erklärungen, Audio und Illustrationen und bündelt sie in einer .apkg-Datei, einem Kartenstapel für Anki.

Anki organisiert die Wiederholungen: Es zeigt die Karten, speichert deine Bewertungen und legt fest, wann du sie erneut siehst.

Kamishibai erstellt außerdem eine PDF für Papierkarten. Du kannst sie ausdrucken und die Karten ausschneiden, wenn du ohne Bildschirm lernen möchtest.

Muss man programmieren können?

Nein. Nach der Installation startest du kamishibai im Terminal, einem Fenster mit einer textbasierten Oberfläche. Das Programm führt dich durch die einzelnen Schritte: Wörter eingeben, Bedeutungen auswählen, Karten prüfen und den Stapel erhalten. Dafür musst du keinen Code schreiben.

Zur Automatisierung gibt es eigene Befehle, die Antworten im JSON-Format liefern. Skripte und KI-Agenten können sie nutzen. Für die normale Bedienung brauchst du sie nicht.

Wer entscheidet, was auf die Karte kommt?

Du wählst die Wörter und Bedeutungen. KI-Modelle erstellen das Material nach den in kamishibai hinterlegten Regeln. Diese legen den Aufbau der Karte und die Anforderungen an Satz, Erklärung, Audio und Illustration fest.

Vor der Erstellung kannst du Schwierigkeit und Satzart wählen: Aussagen, Fragen, Dialoge oder eine Mischung. Anschließend kannst du das Ergebnis prüfen und mit deinen Änderungswünschen neu erstellen lassen.

Welche Sprachen werden unterstützt?

Unterstützt werden 22 Sprachen: Englisch, Chinesisch, Spanisch, Japanisch, Französisch, Deutsch, Koreanisch, Russisch, Italienisch, Portugiesisch, Hindi, Arabisch, Türkisch, Polnisch, Ukrainisch, Indonesisch, Vietnamesisch, Thai, Griechisch, Hebräisch, Niederländisch und Tschechisch.

Jeder Stapel verwendet ein Sprachenpaar: die Sprache, die du lernst, und die Sprache für Übersetzungen und Erklärungen. Du kannst beliebige zwei Sprachen aus der Liste kombinieren. Die Qualität des Materials hängt davon ab, wie gut die Modelle mit dem gewählten Paar zurechtkommen.

Wenn du eine andere Sprache brauchst, stell eine Anfrage auf GitHub. Dann schauen wir, was möglich ist.

Was brauche ich vor dem Start?

Um Karten zu erstellen, brauchst du:

Zum Wiederholen installierst du Anki →

Wenn die gewählte Sprache eine lokale Prüfung auf Text in Bildern erfordert, lädt das Programm beim ersten Erstellen von Illustrationen zusätzlich Modelle zur Texterkennung (OCR) herunter.

Auf welchen Systemen läuft kamishibai?

Fertige Versionen gibt es für macOS, Linux und Windows.

  • macOS und Linux: Installation über Homebrew oder das Installationsskript.
  • Windows: Das Installationsskript läuft in Git Bash, MSYS oder Cygwin.

Die Befehle und den Link zum Skript findest du im Abschnitt zur Installation.

Was kostet das?

Kamishibai ist kostenlos und sein Quellcode ist offen. Die Anfragen an Gemini über deinen API-Schlüssel werden separat berechnet.

Als Richtwert gelten etwa 15 US-Dollar für 100 Karten mit Text, Audio und Illustrationen. Das ist eine Schätzung: Die tatsächlichen Kosten hängen vom Umfang des Materials, erneuten Generierungen und den Tarifen der Modelle ab. Die Modelle sind im Programm bereits ausgewählt. Zum Start musst du sie nicht konfigurieren.

Bei vier neuen Karten pro Tag reicht ein Stapel mit hundert Karten für 25 Tage. Die bereits gelernten Sätze wiederholst du auch danach weiter. Deshalb wähle ich Wörter, die ich wirklich verwenden möchte, und stelle die Qualität der Karten über möglichst niedrige Erstellungskosten.

Wohin werden die Wörter gesendet und wo wird der Schlüssel gespeichert?

Deine Arbeit wird auf deinem Computer gespeichert: Einstellungen, Sitzungen, Cache und fertige Dateien. Kamishibai betreibt keinen eigenen Server zur Kartenerstellung.

Zum Erstellen und Prüfen des Materials sendet das Programm Wörter, Sätze und die zu prüfenden Illustrationen mit deinem API-Schlüssel an Gemini. Wenn du über Anki synchronisierst, werden der fertige Stapel und die Medien auch an AnkiWeb übertragen.

Ein gespeicherter Schlüssel liegt in einer lokalen Einstellungsdatei und nicht im Passwortspeicher des Betriebssystems. Gib diese Datei nicht weiter und lade sie nicht in ein öffentliches Repository hoch.

Können die Karten Fehler enthalten?

Ja, Fehler kommen vor. Nach meiner Erfahrung liefert die aktuelle Modellgeneration aber schon recht zuverlässige Ergebnisse. Ich arbeite viel daran, die Qualität der fertigen Karten zu verbessern.

Am zuverlässigsten gelingt derzeit die Sprachausgabe, die natürlicher Sprache bereits nahekommt. Beim Schwierigkeitsgrad der Sätze sind die Modelle weniger genau: Sie orientieren sich am gewählten Niveau, liefern aber manchmal einen einfacheren oder schwierigeren Satz.

Die meisten Fehler entstehen bei den Illustrationen: KI kann einem Menschen nach wie vor einen dritten Arm zeichnen. Deshalb prüfen separate KI-Modelle im Programm die fertigen Bilder. Besteht ein Bild die Prüfung nicht, erstellt das Programm es neu.

Die automatische Prüfung garantiert nicht, dass das gesamte Material richtig ist. Einen zweifelhaften Satz solltest du mit einem Wörterbuch oder einer Lehrkraft abgleichen und die Karte bei Bedarf neu erstellen lassen.

Was genau bedeutet Agent Ready?

Ein KI-Agent wie Claude Code kann kamishibai bedienen. Du beschreibst die Aufgabe, und der Agent erledigt sie mit den Befehlen des Programms. Du kannst ihm zum Beispiel auftragen:

  • Wörter zu einem Thema oder aus deinem Text auszuwählen.
  • Die passenden Bedeutungen auszuwählen und Karten zu erstellen.
  • Das Ergebnis zu prüfen und misslungene Karten vor dem Import in Anki neu zu erstellen.

Dafür gibt es eine JSON CLI: Befehle, die Daten im JSON-Format zurückgeben und keine Rückfragen im Terminal erfordern. Der Agent kann die Erstellung im Hintergrund starten und mehrere Sitzungen gleichzeitig führen.

Gib dem Agenten den Link zu llms.txt. Dort steht, wie er kamishibai installiert oder aktualisiert und die eingebauten Anweisungen für die installierte Version abruft. Die Nutzung des Agenten und zusätzliche Kartengenerierungen können die Kosten erhöhen.

Wann sind eigene Karten im JSON-Format nützlich?

Wenn du vorhandene Formulierungen beibehalten möchtest, etwa Sätze aus dem Unterricht oder kurze Dialoge. Statt einer Wortliste übergibst du die Karteninhalte in einer cards-JSON-Datei, einer Textdatei mit festgelegtem Aufbau.

Die Datei muss alle Pflichtfelder der Karte enthalten, nicht nur den Satz. Du kannst sie selbst erstellen oder einen KI-Agenten damit beauftragen. Die Formulierungen aus der Datei werden ohne Umschreiben übernommen. Kamishibai ergänzt Audio und Illustrationen und erstellt daraus einen Anki-Stapel im APKG-Format sowie eine PDF zum Ausdrucken.

Schema, Pflichtfelder und Beispiele in cards-json.md →

Kann ich die Karten am Handy wiederholen?

Ja. Kamishibai erstellt die Karten auf dem Computer. Wiederholen kannst du sie anschließend in der mobilen Anki-App.

  • Öffne die fertige .apkg-Datei in Anki auf dem Computer. Startet der Import nicht per Doppelklick, wähle Datei → Importieren.
  • Synchronisiere deine Sammlung über AnkiWeb.
  • Melde dich in der mobilen App mit demselben Konto an und starte die Synchronisierung, um Karten, Bilder und Audio herunterzuladen.

Für das Lernen ohne Bildschirm kannst du die PDF ausdrucken und die Karten ausschneiden und falten. Papierkarten haben weder Audio noch einen automatischen Wiederholungsplan.

Wer erzeugt Text, Audio und Illustrationen?

Text, Audio und Illustrationen werden von Modellen der Gemini-Familie erzeugt. Kamishibai gibt ihnen Anweisungen, prüft einen Teil des Ergebnisses und setzt die Inhalte zu Karten zusammen.

Die Sprachausgabe wird von einem Modell erzeugt und nicht von einem Sprecher aufgenommen. Prüfe sie zusammen mit den übrigen Inhalten, bevor du mit dem Lernen beginnst.

Was tue ich, wenn mir die Antwort nicht einfällt?

Wenn dir die Bedeutung des Satzes oder das Schlüsselwort nicht einfällt, drücke „Nochmal“. Anki legt die Karte früher wieder vor. Das gilt für eine neue Karte genauso wie für eine, die du schon seit Monaten kanntest.

Wie streng du bewertest, hängt davon ab, was du gerade übst. Am Anfang lasse ich einen kleinen Fehler bei einem Artikel oder einer Präposition gelten, wenn ich mich an die Bedeutung und die Schlüsselwörter erinnere. Sobald die Sätze vertrauter werden, verlange ich auch bei diesen Details mehr Genauigkeit von mir.

Wenn dir eine Karte immer wieder Schwierigkeiten macht, prüfe den Satz selbst: Ist die Situation verständlich? Enthält er zu viel Unbekanntes? Manchmal hilft es mehr, das Beispiel zu vereinfachen oder auszutauschen, als es unverändert noch einmal auswendig lernen zu wollen.

Wann kann ich mit Fortschritten rechnen?

Es gibt keinen festen Zeitpunkt. Der Fortschritt hängt von deinem Ausgangsniveau, den gewählten Sätzen, regelmäßigen Wiederholungen und davon ab, ob du die Sprache auch außerhalb von Anki verwendest.

Die ersten 50 gut gelernten Sätze können ein Anlass für eine Zwischenbilanz sein: Fallen dir vertraute Wendungen leichter ein? Erkennst du sie in neuen Texten? Kannst du sie im Gespräch verwenden? Diese Zahl ist keine Schwelle, ab der sich zwangsläufig ein „Sprachgefühl“ einstellt. Achte darauf, was dir inzwischen besser gelingt, und nicht nur auf die Anzahl der Karten.

$ brew install anatoly-chichikov/tap/kamishibai